Herrentorschule bleibt Gewinn für Emden – Schulqualität vor Standortstreit
Die CDU Emden weist die Vorwürfe von Bündnis 90/Die Grünen zur Schulentwicklungsplanung zurück. Der
CDU-Kreisvorsitzende Wilke Held betont, die Vorwürfe verfehlten den Kern kommunaler Bildungspolitik.
„Während seit Monaten über Schulformen, Standorte und Zuständigkeiten gestritten wird, sollten wir jetzt
darüber sprechen, wie wir die Bildungsqualität an unseren Schulen verbessern“, erklärt Held.
Für die CDU zählt nicht, ob ein Gymnasium vorübergehend mehr Schüler aufnimmt. Wichtig sei vor allem:
Die Oberschule Herrentor bleibt bestehen. „Das ist ein Gewinn für Emdens Bildungslandschaft“, so Held.
Die Schule führt jährlich viele Schüler erfolgreich zu Abschlüssen. Im letzten Schuljahr erlangten dort 32
den Hauptschulabschluss, 29 den Realschulabschluss und 16 den erweiterten Sekundarabschluss I. Die
Herrentorschule bleibt ein wichtiger Teil der vielfältigen Schullandschaft.
CDU betont Bedeutung der Qualität aller Schulformen
„Wir sollten jetzt endlich aufhören, Schulen gegeneinander auszuspielen. Die IGS leistet wichtige Arbeit.
Die Oberschulen leisten wichtige Arbeit. Die Gymnasien leisten wichtige Arbeit. Jede Schulform erfüllt
ihren Auftrag für unterschiedliche Kinder mit unterschiedlichen Stärken und Talenten.“
Vor diesem Hintergrund weist die CDU auch den Vorwurf zurück, der Ratsbeschluss von CDU, SPD und FDP
sei Ursache für das Chaos rund um das Anmeldeverfahren am Max-Windmüller-Gymnasium gewesen.
Der Beschluss habe das Ziel verfolgt, die Entwicklung der gesamten Sekundarstufe I stärker in den Blick zu
nehmen und eine ausgewogene Verteilung der Schülerströme zu ermöglichen. Die Erfahrungen des
aktuellen Anmeldeverfahrens zeigen aber, dass sowohl ursprüngliche Annahmen als auch die Umsetzung
durch die Verwaltung überprüft werden müssen. „Wir haben dazu bereits im letzten Schulausschuss
deutlich gemacht, dass die Zügigkeiten und das Aufnahmeverfahren der Gymnasien spätestens zum
Schuljahr 2027/2028 nochmal angefasst werden müsse. Politik muss bereit sein, aus Erfahrungen zu
lernen und Entscheidungen weiterzuentwickeln“, erklärt Held.
Für die CDU bleibt entscheidend: Die freie Schulwahl der Eltern muss bestehen. Gleichzeitig braucht
Emden eine Schulentwicklungsplanung, die vorhandene Kapazitäten sinnvoll nutzt und auf
Herausforderungen wie Schulabgänger ohne Abschluss, Schulabsentismus und ungenügende
Sprachvermittlung angemessen reagiert. Das sind existentielle Herausforderungen und keine statistischen
Probleme. Nach Auffassung der CDU liegen die eigentlichen Herausforderungen der kommenden Jahre
daher an anderer Stelle.
Fokus auf Bildungsqualität und Schulvielfalt
„Emden leidet nicht unter einem Mangel an Strukturdebatten. Emden leidet trotz großer Anstrengungen
immer noch unter einem Mangel an Investitionen in Bildung.“
Deshalb müsse der Fokus künftig auf modernen Lernbedingungen liegen. Dazu gehörten zeitgemäße
Lernlandschaften, multifunktionale Lernräume, eine bessere Ausstattung der Schulen, Sprachförderung
und individuelle Unterstützung für Schülerinnen und Schüler.
In diesem Zusammenhang unterstützt die CDU neben der qualitativen Stärkung der IGS und der OBS
Wybelsum auch die Weiterentwicklung des Campus Steinweg. „Es geht nicht allein um zusätzliche
Unterrichtsräume. Es geht vor allem um moderne Lernlandschaften und pädagogische Konzepte, die den
Anforderungen des Jahres 2035 gerecht werden. Hier müssen wir Versäumnisse der Vergangenheit
korrigieren.“
Mut zu weiteren Investitionen
Für Held ist deshalb klar: „Entscheidend sind gute Lehrkräfte, moderne Lernbedingungen, verlässliche
Schulstandorte und der Mut, das 23-Millionen-Euro-Sondervermögen des Bundes zu nutzen und in
Bildung zu investieren.“ Die CDU werde deshalb weiter daran arbeiten, die Herrentorschule zu stärken, die
IGS weiterzuentwickeln, die Gymnasien zukunftsfest aufzustellen und die kommenden
Investitionsmöglichkeiten konsequent für bessere Bildung in Emden zu nutzen.
„Die Frage ist jetzt nicht mehr, welche Schule wir schließen. Die Frage ist, in welcher Reihenfolge wir unsere
bestehenden Schulen stärken. Genau darauf sollten wir unsere Energie in den kommenden Jahren
verwenden. Die eigentliche Arbeit beginnt jetzt.“