Schulpolitik Emden

Herrentorschule bleibt Gewinn für Emden – Schulqualität vor Standortstreit

28. Juni 2026

Die CDU Emden weist die Vorwürfe von Bündnis 90/Die Grünen zur Schulentwicklungsplanung zurück. Der

CDU-Kreisvorsitzende Wilke Held betont, die Vorwürfe verfehlten den Kern kommunaler Bildungspolitik.

„Während seit Monaten über Schulformen, Standorte und Zuständigkeiten gestritten wird, sollten wir jetzt

darüber sprechen, wie wir die Bildungsqualität an unseren Schulen verbessern“, erklärt Held.

Für die CDU zählt nicht, ob ein Gymnasium vorübergehend mehr Schüler aufnimmt. Wichtig sei vor allem:

Die Oberschule Herrentor bleibt bestehen. „Das ist ein Gewinn für Emdens Bildungslandschaft“, so Held.

Die Schule führt jährlich viele Schüler erfolgreich zu Abschlüssen. Im letzten Schuljahr erlangten dort 32

den Hauptschulabschluss, 29 den Realschulabschluss und 16 den erweiterten Sekundarabschluss I. Die

Herrentorschule bleibt ein wichtiger Teil der vielfältigen Schullandschaft.

CDU betont Bedeutung der Qualität aller Schulformen

„Wir sollten jetzt endlich aufhören, Schulen gegeneinander auszuspielen. Die IGS leistet wichtige Arbeit.

Die Oberschulen leisten wichtige Arbeit. Die Gymnasien leisten wichtige Arbeit. Jede Schulform erfüllt

ihren Auftrag für unterschiedliche Kinder mit unterschiedlichen Stärken und Talenten.“

Vor diesem Hintergrund weist die CDU auch den Vorwurf zurück, der Ratsbeschluss von CDU, SPD und FDP

sei Ursache für das Chaos rund um das Anmeldeverfahren am Max-Windmüller-Gymnasium gewesen.

Der Beschluss habe das Ziel verfolgt, die Entwicklung der gesamten Sekundarstufe I stärker in den Blick zu

nehmen und eine ausgewogene Verteilung der Schülerströme zu ermöglichen. Die Erfahrungen des

aktuellen Anmeldeverfahrens zeigen aber, dass sowohl ursprüngliche Annahmen als auch die Umsetzung

durch die Verwaltung überprüft werden müssen. „Wir haben dazu bereits im letzten Schulausschuss

deutlich gemacht, dass die Zügigkeiten und das Aufnahmeverfahren der Gymnasien spätestens zum

Schuljahr 2027/2028 nochmal angefasst werden müsse. Politik muss bereit sein, aus Erfahrungen zu

lernen und Entscheidungen weiterzuentwickeln“, erklärt Held.

Für die CDU bleibt entscheidend: Die freie Schulwahl der Eltern muss bestehen. Gleichzeitig braucht

Emden eine Schulentwicklungsplanung, die vorhandene Kapazitäten sinnvoll nutzt und auf

Herausforderungen wie Schulabgänger ohne Abschluss, Schulabsentismus und ungenügende

Sprachvermittlung angemessen reagiert. Das sind existentielle Herausforderungen und keine statistischen

Probleme. Nach Auffassung der CDU liegen die eigentlichen Herausforderungen der kommenden Jahre

daher an anderer Stelle.

Fokus auf Bildungsqualität und Schulvielfalt

„Emden leidet nicht unter einem Mangel an Strukturdebatten. Emden leidet trotz großer Anstrengungen

immer noch unter einem Mangel an Investitionen in Bildung.“

Deshalb müsse der Fokus künftig auf modernen Lernbedingungen liegen. Dazu gehörten zeitgemäße

Lernlandschaften, multifunktionale Lernräume, eine bessere Ausstattung der Schulen, Sprachförderung

und individuelle Unterstützung für Schülerinnen und Schüler.

In diesem Zusammenhang unterstützt die CDU neben der qualitativen Stärkung der IGS und der OBS

Wybelsum auch die Weiterentwicklung des Campus Steinweg. „Es geht nicht allein um zusätzliche

Unterrichtsräume. Es geht vor allem um moderne Lernlandschaften und pädagogische Konzepte, die den

Anforderungen des Jahres 2035 gerecht werden. Hier müssen wir Versäumnisse der Vergangenheit

korrigieren.“

Mut zu weiteren Investitionen

Für Held ist deshalb klar: „Entscheidend sind gute Lehrkräfte, moderne Lernbedingungen, verlässliche

Schulstandorte und der Mut, das 23-Millionen-Euro-Sondervermögen des Bundes zu nutzen und in

Bildung zu investieren.“ Die CDU werde deshalb weiter daran arbeiten, die Herrentorschule zu stärken, die

IGS weiterzuentwickeln, die Gymnasien zukunftsfest aufzustellen und die kommenden

Investitionsmöglichkeiten konsequent für bessere Bildung in Emden zu nutzen.

„Die Frage ist jetzt nicht mehr, welche Schule wir schließen. Die Frage ist, in welcher Reihenfolge wir unsere

bestehenden Schulen stärken. Genau darauf sollten wir unsere Energie in den kommenden Jahren

verwenden. Die eigentliche Arbeit beginnt jetzt.“

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